Rauschende Wasserfälle, beeindruckende Fjorde und imposante Berge – 5 Tage in Fjordnorwegen

*Gastbeitrag von Sabine Hoier

Vor einigen Wochen ging es für Sabine und ihren Freund Sandro vom Sports n’ Travel Blog das erste Mal nach Norwegen. Die beiden entschieden sich für eine 5-tägige Reise nach Fjordnorwegen inklusive Hurtigruten und Mietwagen.

Was sie während ihrer Reise alles so erlebt haben kannst Du im folgenden nachlesen!

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Tag 1 - Von Wien nach Bergen

Wir begannen unsere erste gemeinsame Norwegenreise am Mittwochmorgen am Flughafen Wien-Schwechat. Von dort ging es mit einem kleinen Zwischenstopp über Kopenhagen nach Bergen. Direkt nach der Ankunft, konnten wir unseren über rentalcars.com gebuchten Mietwagen von Europcars am Schalter in der Ankunftshalle übernehmen und mit unserer Reise beginnen.

Da der Flughafen von Bergen ca. 20 Minuten außerhalb der Stadt liegt, starteten wir in Richtung Zentrum. Auf dem Weg in die Stadt legten wir noch einen kurzen Stopp bei der Stabkirche Fantoft ein. Diese befindet sich ca. auf halben Weg zwischen Bergen und dem Flughafen. Leider erreichten wir die Kirche erst 10 Minuten vor 18.00 Uhr und sie wurde schon geschlossen, weshalb wir die Stabkirche nur noch von außen besichtigen konnten.

fantoft stabkirche

Nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten, setzten wir unseren Weg in die Stadt weiter fort und fuhren zum Hurtigrutenterminal. Hier konnten wir bereits einchecken, unseren Koffer, der direkt in die Kabine gebracht wurde, abgeben und das Auto parken. Danach machten wir uns zu Fuß auf, um die Stadt noch ein wenig zu erkunden.

Wir machten uns als erstes auf den Weg zum Fischmarkt Torgen. Hier wurde die gesamte Palette der norwegischen Fische und Meeresfrüchte in unglaublicher Vielfalt angeboten. Unseren Stadtrundgang setzten wir dann im hanseatischen Stadtviertel Bryggen fort. Dieses ganz besonders schöne Viertel besteht heute noch aus 61 denkmalgeschützten bunten Holzhäusern, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Wir spazierten entlang der alten, teilweise windschiefen, Holzhäuser und durch die engen Gassen zwischen den Gebäuden bis zur Marienkirche, die zu den ältesten noch existierenden Bauwerken der Stadt gehört. Unser letztes Ziel war die Festung Bergenhus mit dem Rosenkrantzturm und der Håkonshalle. Die Håkonshalle stammt aus dem 13. Jahrhundert und war zu dieser Zeit das größte Gebäude des königlichen Palastes.

Nach einem schnellen Abendessen, machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Schiffsterminal, um unser Auto verladen zu lassen und die Kabine zu beziehen. Wir hatten uns für eine Innenkabine, die günstigste Kategorie, entschieden, da wir nur für eine Nacht am Schiff blieben. Wie sich herausstellte, war diese wirklich sehr klein und wir waren froh, dass wir nicht die gesamte Reise mit der Hurtigruten verbringen würden.

Um 22.30 Uhr legte unser Schiff Trollfjord dann schließlich ab und wir machten uns mit der berühmten Hurtigrute auf den Weg nach Ålesund. Dank des sehr späten Sonnenuntergans um ca. 22.30 Uhr, konnten wir den Tag gemütlich auf den Außen- und Innendecks des Schiffes ausklingen lassen.

 

Tag 2 - Ålesund & Geiranger

Da es auf dem Schiff doch etwas geschaukelt hatte, machten wir uns am nächsten Morgen nicht ganz so ausgeschlafen auf den Weg zum Frühstück. Es gab ein riesiges Buffet mit diversen Sorten Müsli und Brot, Wurst, Käse, norwegischem Räucherlachs, Eiern, Obst und Süßem. Den Vormittag konnten wir dann, da die Sonne herausgekommen war, hauptsächlich am Außendeck verbringen und die atemberaubende Landschaft mit den vielen kleinen Inseln, der Küste und dem Meer bewunderten.

an bord der hurtigruten

Pünktlich um 12.00 Uhr legten wir dann in Ålesund, das besonders für ihre im Jugendstil errichtete Innenstadt bekannt ist, direkt im Stadtzentrum an und verließen auch schon wieder das Schiff. Unser Auto konnten wir bei der Ladeklappe ganz problemlos wieder herausfahren und so gleich darauf unseren Spaziergang durch das Stadtzentrum beginnen.

Wir spazierten den Hafen entlang, besuchten die Meeresbucht Brosundet, um die die Stadt erbaut ist, und anschließend auch die Ålesund-Kirche, die etwas abseits vom Stadtkern liegt. Nach unserem kurzen Stadtrundgang starteten wir mit unserer eigentlichen Autotour und machten uns über Åndalsnes auf den Weg in Richtung der spektakulären Gebirgsstraße Trollstigen, die sich über 11 Haarnadelkurven an steilen Felswänden mit bis zu 9% Gefälle hinauf schlängelt.

trollstigen haarnadelkurven

Die Bergstraße ist Teil der Norwegischen Landschaftsroute und bietet eindrucksvolle Ausblicke auf tosende Wasserfälle, teils noch schneebedeckte Berghänge und Fjorde. Wir hatten besonderes Glück, denn die Straße ist in den Wintermonaten gesperrt und wurde erst wenige Tage zuvor wieder geöffnet. Bereits im Tal waren wir von der so genannten „Adlerstraße“ und dem riesigen daneben herabstürzenden Wasserfall beeindruckt.

Wir hielten dann an der Brücke, die über den Stigfossen-Wasserfall führt, der hier 320 Meter über die Felsen rauscht und einen freien Fall von 40 Metern hat. Dabei wurden wir ziemlich nass gespritzt, als wir uns aus unserem Auto trauten.

Die restlichen Kehren führten uns dann den Berghang hinauf bis zum Trollstigen Kafé auf 620 Meter Höhe. Hier oben gibt es ein Restaurant inklusive Souvenirgeschäft und eine Aussichtsplattform mit wundervollem Blick auf die 11 Haarnadelkurven und den herabstürzenden Wasserfall. Auch hier hatten wir erneut sehr großes Glück mit dem Wetter und konnten die Aussicht bei Sonnenschein genießen. Anschließend setzten wir unsere Fahrt Richtung Geiranger über die Fv63 weiter fort.

Dabei machten wir noch einen Stopp am Aussichtspunkt Gudbrandsjuvet. Von hier hat man eine tolle Aussicht in die Schlucht und auf den Fluss Valldøla.

Aussichtspunkt Gudbrandsjuvet

Nach einer kurzen Fährüberfahrt von Linge nach Eidsdal, ging es den nächsten Berg wieder hinauf und zum Aussichtspunkt Ørnesvingen, der am steilsten Stück der Adlerstraße (Ørnevegen) gelegen ist. Hier hat man die Gelegenheit einen atemberaubenden Ausblick auf den Geirangerfjord, Geiranger und den Wasserfall Sieben Schwestern (Dei sju systrene) zu genießen. Direkt neben dem Aussichtspunkt stürzt auch noch ein kleiner Wasserfall direkt zur Straße hinunter, der für eine angenehme Abkühlung sorgt.

Anschließend setzten wir unseren Weg nach Geiranger und zu unserer Unterkunft fort.
Bevor wir dort eincheckten, fuhren wir aber noch zum nur wenige Minuten entfernten Aussichtspunkt Flydalsjuvet. Dieser befindet sich am Hang direkt oberhalb der Ortschaft Geiranger und bietet einen eindrucksvollen Ausblick auf Geiranger und den dahinterliegenden Fjord. Von hier kann man sehr gut die großen Kreuzfahrtschiffe, die in den Fjord kommen und hier wenden, beobachten. Leider war in unserem Fall gerade keines am Fjord unterwegs.

Geiranger von oben

Wir genossen zuerst den Ausblick von den Aussichtsplattformen, wollten uns dann aber noch auf die Suche nach dem berühmten vorstehenden Flydalsjuvet-Felsen machen, der eines der bekanntesten Fotomotive ist. Leider konnten wir diesen nirgendwo finden und mussten schließlich ein YouTube-Video zu Hilfe nehmen. Direkt unter den Toiletten der Aussichtsplattform führte ein kleiner Pfad ein Stück hinunter, und siehe da, von dort konnten wir den Felsen sehen.

Flydasjuvet mit Blick auf Geiranger

Nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten, fuhren wir zu unserer Unterkunft, der Lunheim Accommodation, die sich direkt am Hang ober Geiranger mit einer tollen Aussicht auf den Fjord befand. Der Besitzer Ian begrüßte uns gleich ganz nett und zeigte uns das Haus inklusive der Gemeinschaftsküche, die alle nutzen konnten. Wir bezogen unser Zimmer, das sogar ein Dachfenster mit Blick auf den Geirangerfjord hatte und machten uns anschließend nochmals auf den Weg in die Ortschaft, um zu Abend zu essen.

Da es nach dem Abendessen um 21.00 Uhr immer noch hell und sonnig war, beschlossen wir noch zum Geiranger Skywalk am Dalsnibba Aussichtspunkt zu fahren. Wir folgten der kurvigen Fv63 weiter bergauf und gelangten zuerst zur Djupvass-Hütte auf 1036 Meter, die aber noch geschlossen war, denn auch diese Straße hatte erst ein paar Tage zuvor geöffnet.

Anschließend fuhren wir auf der Mautstraße (150 NOK pro Auto) weiter bis zum Aussichtspunkt auf fast 1500 Metern. Von hier hatten wir einen unglaublich tollen Ausblick über die umliegenden Berge, die noch schneebedeckt waren, und die Fjorde unten im Tal. Dies war ein wundervoller Ausklang unseres zweiten Tages hier in Südnorwegen.

 

Tag 3 - Von Geiranger zum Sognefjord

Den nächsten Tag begannen wir mit einem gemütlichen Frühstück in der Gemeinschaftsküche mit Blick auf den Geirangerfjord. Anschließend mussten wir uns auch schon wieder von Ian und Geiranger verabschieden und uns auf den Weg machen. Denn unsere Fähre von Geiranger nach Hellesylt legte schon um 9.30 Uhr ab.

Nachdem wir unser Auto auf der Fähre geparkt hatten, machten wir es uns am Außendeck gemütlich. Wir hatten die Überfahrt schon vorreserviert, da die Fähre nur 3-4 Mal täglich in der Vorsaison fährt und wir es nicht riskieren wollten, dann keinen Platz mehr zu bekommen. Die Fährüberfahrt auf dem wohl berühmtesten Fjord der Welt dauerte etwas mehr als eine Stunde (295 NOK pro Person und 610 NOK pro Auto inkl. Fahrer).

Der Geirangerfjord schlängelt sich 20 Kilometer weit ins Landesinnere hinein und wird an beiden Seiten von steilen, mehreren hundert Meter hohen Felswänden, umrahmt. Zahlreiche Wasserfälle wie die Sieben Schwestern, der Freier oder der Brautschleier stürzen fast senkrecht hinab in den Fjord. All dies konnten wir wunderbar vom Deck des Schiffes bewundern. Wir setzten unsere Fahrt dann in Richtung Loen weiter fort.

Dort angekommen kauften wir uns trotz des nicht mehr ganz so schönen Wetters, Fahrkarten für den Loen Skylift (520 NOK pro Person für die Berg- und Talfahrt). Die Gondel führt hier direkt vom Fjord bis zum Gipfel des Hoven auf 1011 Meter. Die Bahn wurde erst 2017 eröffnet und bietet schon bei der Fahrt einen gewaltigen Ausblick auf die Fjordlandschaft. Leider hing noch Nebel über dem Fjord als wir oben ankamen und wir konnten das Tal so gut wie gar nicht sehen.

Deshalb beschlossen wir als erstes eine kleine Wanderung zu machen. Es waren mehrere Routen beschildert, aber leider lag noch einiges an Schnee und die Wege waren noch nicht wirklich zum Wandern geeignet. Trotzdem wollten wir eine kleine Rundwanderung machen, und entschlossen uns für die kürzeste mit ca. 2,2 Kilometern. Abgesehen von ein paar Schneefeldern, durch die wir uns durchkämpfen mussten, war die Wanderung sehr schön und angenehm.

Als wir danach zur Bergstation zurückkamen, war der Nebel fast komplett aufgerissen und es bot sich uns ein atemberaubender Ausblick auf den Innvikfjord, den Lovatnet See, auf den Nationalpark Jostedalsbreen mit den Gletschern und auf die Ortschaften Loen und Olden
Besonders beeindruckend war, dass die Brüstung komplett aus Glas und auch noch nach außen gewölbt war. Man konnte sich also nach vorne an das Geländer legen und den traumhaften Ausblick genießen.

Nach der nicht weniger spektakulären Talfahrt mit dem Loen Skylift setzen wir unsere Fahrt in Richtung Kaupanger, wo wir das nächste Hotel gebucht hatten, fort. Wir fuhren über die Fv5 in Richtung Fjærland, als wir zufällig nach einem Tunnel den Bøyabreen, eine Gletscherzunge des Jostedalbreens, die fast bis hinunter ins Tal reicht, auf der linken Seite, gleich neben der Straße sahen.

Bøyabreen-Gletscherzunge des Jostedalbreens

Der tiefste Punkt des Bøyabreen liegt hier nur 150 Meter über dem Meeresspiegel am Ufer eines kleinen Sees. Zum Glück sahen wir die Abzweigung zu einem kleinen Rastplatz noch gerade rechtzeitig und entschieden uns spontan für einen kurzen Stopp. Vom Rastplatz konnte man in nur wenigen Minuten bis zum See und somit direkt an die Gletscherzunge spazieren.

Anschließend setzen wir unsere Fahrt über Sogndal, wo wir zu Abend aßen, nach Kaupanger, das direkt am berühmten Sognefjord liegt, fort. In Kaupanger bezogen wir im Vesterland Feriepark unsere Unterkunft. Hier hatten wir eine kleine, typisch norwegische Holzhütte in der Ferienanlage gebucht. Sie verfügte über ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, eine kleine Küche, ein Badezimmer und eine kleine Terrasse, auf der wir den Abend wunderbar ausklingen lassen konnten.

Stabkirche Kaupanger

Nur wenige Minuten von der Anlage entfernt lag der Ort Kaupanger, wo sich auch die Kaupanger Stabkirche befindet. Leider war die Kirche schon geschlossen und wir konnten sie nur von außen besichtigen.

Tag 4 - Borgund Stabkirche, Flåm & Hardanger

Nachdem wir uns in unserem kleinen Häuschen ein gemütliches Frühstück gerichtet hatten, fuhren wir weiter in Richtung Kaupanger und nahmen anschließend die kurze Fähre von Mannheller nach Fodnes, die uns über den Sognefjord führte. Es war einmal ganz etwas anderes aus dem Tunnel zu fahren und dann direkt in der Spur für die Auffahrt aufs Schiff zu stehen, da hier einfach die Straße endete. Wir hatten Glück und die Fähre legte gleich nachdem wir an Bord gefahren waren zu ihrer ca. 10-minütigen Überfahrt ab.

In Fodnes angekommen, setzten wir unsere Fahrt in Richtung Lærdal und in weiterer Folge nach Borgund, zur sich dort befindlichen Stabkirche, fort. Die Stabkirche ist eines der wenigen Sakralgebäude aus dem frühen Mittelalter, das noch erhalten ist. Von den ursprünglich mehr als 700 Stück sind heute leider nur noch 28 erhalten. Die Stabkirche von Borgund wurde um das Jahr 1180 erbaut und ist dem Apostel Andreas geweiht. Sie ist heute noch sehr gut erhalten und eine der bemerkenswertesten der norwegischen Stabkirchen. Bis 1868 wurde die Kirche noch als Gotteshaus genutzt, bis sie dann von einem in unmittelbarer Nähe errichteten Neubau ersetzt wurde.

Neben der Stabkirche befindet sich heute ein neu errichtetes Besucherzentrum, welches über die Stabkirchen in Norwegen im Allgemeinen informiert und auch über ein kleines Museum verfügt. Wir besuchten zuerst das Besucherzentrum und das Museum, um einige Infos zu den Stabkirchen zu erhalten und anschließend die danebenliegende Stabkirche, welche ein wirklich sehr eindrucksvolles Bauwerk ist.

Anschließend fuhren wir wieder ein Stück zurück zur kleinen Stadt Lærdal, um uns dort bei einem Spaziergang durch den Ortskern die Altstadt anzusehen. Die Gamle Lærdalsøyri besteht aus 160 wunderschönen, unter Denkmalschutz stehenden Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Alle diese Häuser sind ein lebendes Beispiel für die zu dieser Zeit übliche Bauweise hier in Norwegen.

Nach unserem Besuch machten wir uns auf den Weg nach Aurland und durchfuhren dabei den Lærdalstunnel. Dieser ist mit seinen 24,5 Kilometern der längste Straßentunnel der Welt und verbindet die Ortschaften Lærdal und Aurland miteinander. Da der Tunnel so lang ist, verfügt er sogar über drei Rastbuchten, mit spezieller Beleuchtung in gletscherblauer Farbe.
Wir fanden es schon etwas seltsam für fast eine halbe Stunde durchgehend immer durch den gleichen Tunnel zu fahren.

Nachdem wir auf der anderen Seite angekommen waren, folgten wir der Passstraße Snøvegen wieder ein Stück zurück Richtung Lærdal, um zum Aussichtspunkt Stegastein zu gelangen. Die Straße Snøvegen verbindet genau wie auch der Tunnel die Orte Lærdal und Aurland miteinander, jedoch über das Aurlandsfjellet. Diese Route ist jedoch im Winter geschlossen und wäre auch zu dem Zeitpunkt, als wir dort waren, noch nicht wieder freigegeben gewesen.

Die Aussichtsplattform Stegastein war ein weiterer Höhepunkt auf unserer Reise. Er ragt auf einer Höhe von 650 Metern etwa 30 Meter über die Bergkante hinaus und bietet einen unglaublichen Ausblick auf den Aurlandsfjord und die umliegenden Berge. Wir hatten auch hier wieder Glück mit dem Wetter, denn genau also wir oben ankamen, hörte es auf zu nieseln, die Sonne kam heraus und wir hatten einen atemberaubenden Blick auf die Fjordlandschaft unter uns.

Blick auf den Aurlandsfjord

Nach unserem Stopp, setzten wir unsere Fahrt nach Flåm fort. Wir dachten, dass es sich hierbei um einen netten kleinen Ort handelt, durch den wir einen kurzen Spaziergang machten können. Leider stellte sich heraus, dass Flåm eigentlich nur als Umschlagplatz für die Leute dient, die von den hier anlegenden Kreuzfahrtschiffen kommen und in die berühmte Flåmbahn umsteigen. Mehr als ein paar Restaurants, einen Supermarkt und unzählige Souvenirshops konnten wir leider nicht finden. Aus diesem Grund setzten wir unsere Fahrt dann auch gleich wieder in Richtung Voss fort.

Für diejenigen die an einer Fahrt mit der Flåmbahn interessiert sind, folgend noch eine kurze Erklärung dazu:

Die Flåmbahn wurde als eine der schönsten Zugstrecken auf der Welt bezeichnet und ist eine der führenden touristischen Attraktionen in Norwegen. Der Zug fährt vom Ende des Aurlandsfjords, einem Seitenarm des Sognefjords, hinauf ins Hochgebirge zur Bahnstation Myrdal. Die Fahrt zeigt die schönsten Seiten der atemberaubenden Landschaft Westnorwegens. Im Laufe einer Stunde bringt Sie der Zug von Meeresebene am Sognefjord in Flåm zur Bergstation Myrdal, die auf 867 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Myrdal ist auch eine Haltestelle der Bergenbahn, sodass die Flåmbahn Anschluss an Züge hat, die zwischen Bergen und Oslo verkehren. Die Flåmbahn ist eine der steilsten Bahnstrecken auf Normalspur weltweit, die auf 80 % der Reise mit einer Steigung von 5,5 % verläuft. Der Zug durchquert eine eindrucksvolle Landschaftskulisse, am Rallarweg, fährt an schwindelerregenden Bergflanken und schäumenden Wasserfällen vorbei, durch 20 Tunnel hindurch und bietet so viele Aussichtspunkte, dass es vielen Menschen nicht reicht, nur einmal hoch und herunter zu fahren. Die Zeitschrift National Geographic Traveler nennt die Flåmbahn eine der Top 10 Bahnreisen in Europa, während Lonely Planet Traveller 2014 noch weiter ging, und sie zur schönsten Bahnreise der Welt erklärte.
— Fjord Norway: Die Flåmbahn

Kurz bevor wir Voss erreichten, machten wir noch einen Halt beim Wasserfall Tvindefossen. Dieser befindet sich ca. 12 Kilometer vor Voss, direkt neben der Straße E16. Wir parkten an einem kleinen Rastplatz mit einem Kiosk und gingen dann die letzten paar Meter zu Fuß zum Wasserfall.

Anschließend setzten wir unsere Fahrt nach Voss fort, denn auch hier dachten wir, dass es sich um eine größere Stadt handelt, die einiges zu bieten hat. Leider wurden wir auch von dieser Stadt ein wenig enttäuscht, da auch hier nichts los war. So fuhren wir nach einem schnellen Abendessen im Inside Voss Rock Café, welches sehr gute Burger anbot weiter in Richtung Eidfjord.

Skjervsfossen Wasserfall

Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Wasserfall Skjervsfossen, der an der alten Hauptstraße Rv13 liegt. Somit war es für uns nur ein klein wenig längerer Weg nach Eidfjord. Der Skjervsfossen besteht aus zwei Wasserfällen, die direkt nebeneinander liegen. Dadurch führt er sehr viel Wasser, was ihn zu einem sehr eindrucksvollen und großen Wasserfall macht. Wir konnten wieder direkt am Wasserfall auf einem kleinen Rastplatz parken und dann von dort den Weg entlang des Wasserfalls hinunter bis dessen Fuß gehen.

Anschließend setzten wir unseren Weg in Richtung unserer Unterkunft in Eidfjord fort. Um dorthin zu gelangen, mussten wir auch die 2013 neu errichtete Hardangerbrücke (Hardangerbrua) überqueren. Die Brücke hat eine Gesamtlänge von 1.380 Metern und eine lichte Höhe von 55 Metern. Leider war das Wetter bei unserer Überfahrt etwas regnerisch und wir hatten keine so gute Aussicht. Wie sich dann aber herausstellen sollte, würden wir die Brücke am nächsten Tag ohnehin nochmals überqueren müssen, und dieses Mal sogar bei Sonnenschein.

Hardangerbrücke

Nach weiteren 20 Minuten erreichten wir schließlich den Ort Eidfjord, der direkt am Hardangerfjord liegt. Hier hatten wir uns über Airbnb ein sehr schönes Appartement gebucht. Es lag ein paar Minuten außerhalb des Ortes und war wirklich traumhaft schön und mit allem ausgestattet, was man so braucht.

 

Tag 5 - Von Hardanger zurück nach Bergen

Nach einem gemütlichen Frühstück, machten wir uns auf den Weg zum ca. 20 Kilometer entfernten Vøringsfossen-Wasserfall, dem wohl bekanntesten Wasserfall Norwegens. Hier stürzen gigantische Wassermassen 182 Meter vom Hardangervidda-Plateau hinab ins Tal.

Wir fuhren dazu die Rv7 am Eidfjordvatnet-See entlang und folgten der sich immer weiter hinaufwindenden Straße durch eine Vielzahl an Tunneln. Zwischen dem 2. und 3. Tunnel zweigte ein Wanderweg zum Fuß des Wasserfalls, den man über eine Hängebrücke erreicht, ab. Leider hatten wir aber am Nachmittag schon unseren Rückflug nach Wien und da wir diesen keinesfalls verpassen wollten, waren uns die angegebenen 1,5 Stunden für die Wanderung etwas zu lang.

vøringsfossen wasserfall

Wir erreichten dann schließlich einen Rastplatz, von dem aus man nach nur wenigen Gehminuten einen Punkt mit einem tollen Ausblick in die Schlucht, in die der Vøringsfossen hinunterstürzt, erreichen konnte. Nachdem wir einige tolle Fotos gemacht hatten, fuhren wir noch zwei weitere Serpentinenkurven hinauf zum Fossli Hotel, welches fast direkt an den Klippenrand gebaut wurde. Hier gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man einen unglaublichen Ausblick hinunter auf den Wasserfall hat.

Wir fuhren anschließend wieder zurück nach Eidfjord, über die Hardangerbrücke und zurück zum Hardangerfjord. Der Hardangerfjord zählt zu den bekanntesten Fjorden Norwegens. Er reicht bis zu 172 Kilometer weit ins Landesinnere und an seinen Ufern wechseln sich Wasserfälle, Gletscher, grüne Wiesen und Obstgärten ab. Wir zweigten in Granvin auf die Rv7 ab, die zu den schönsten Landschaftsrouten Norwegens zählt. Auf dem Rastplatz Steinstøberget, auf dem man einen sehr schönen Panoramablick auf den Fjord hat, machten wir einen kurzen Halt.

Den letzten Stopp auf unserer Reise machten wir beim Wasserfall Steinsdalsfossen. Er ist einer der am meisten besuchten Wasserfälle Norwegens und besitzt eine Fallhöhe von 50 Metern. Seine Besonderheit ist, dass man auf der Rückseite des Wasserfalls entlanggehen kann, ohne nass zu werden. Natürlich haben wir das gleich ausprobiert. Anschließend mussten wir auch schon wieder Richtung Flughafen aufbrechen und zurück nach Bergen fahren, denn unser Flug zurück nach Wien über Kopenhagen ging um 16.00 Uhr.

Für die Strecke brauchten wir ca. noch 1,15 Stunden, womit wir sehr gut in der Zeit lagen. Wie parkten unseren Mietwagen wieder im Parkhaus am Flughafen und gaben ganz unproblematisch unseren Schlüssel am Mietwagen-Schalter von Europcar ab. Unser Rückflug verlief dann ganz unproblematisch und so kamen wir pünktlich um 21.50 Uhr wieder in Wien an.

Für unseren Geschmack ging diese Reise viel zu schnell vorbei, denn es war eine wirklich traumhafte und unglaublich tolle Zeit, die wir sicher nicht so schnell vergessen werden. Für uns zählt diese Reise definitiv zu den besten die wir gemeinsam gemacht haben! Wir können jedem nur empfehlen ebenfalls nach Norwegen zu fahren und das Land selbst zu erkunden. Wir werden ganz sicher wieder kommen, um auch noch andere Regionen zu besuchen.


Über die Autorin:

Sabine kommt aus Wien und ist eigentlich eher in den Bergen Zuhause. Wenn sie nicht gerade in Osttirol wandern geht, reist sie zusammen mit ihrem Freund Sandro durch Europa. Noch mehr Reisetipps zu Fjordnorwegen von Sabine findest Du hier und Du kannst dem Sport n’ Travel Blog ausserdem auf Instagram, Facebook und Pinterest folgen.


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